Die Affen von Altair

Verlassen wir die Kunst, und beschäftigen uns mit etwas anderem. Lesen wir den Reisebericht unseres Protagonisten Eugène de Escargot der eine völlig andere Welt besuchte. Eugen berichtete von einem Planeten, besiedelt von Affen, nur von Affen! Zu einem Planeten - in eine Welt welche mit unserer Welt nichts gemein hatte. In die Welt der Affen! Obwohl, so groß war der Unterschied zu unserer Welt auch wieder nicht!

 

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Reisebericht von Eugène de Escargot:

In der Galaxie Milchstraße gibt es ein Sonnensystem namens Altair. Dieses Sonnensystem besitzt wie jedes anständige Sonnensystem auch Planeten und einer davon nannte sich Lethargia. Selbstverständlich besitzt Lethargia auch Trabanten, Monde - und was für welche. Der Planet Lethargia besitzt einen Vollmond, einen Halbmond und einige kleine bis winzige Viertelmonde. Lethargia war ausschließlich von Affen besiedelt, nur mit Affen und sonst nichts!

Das Sonnensystem Altair ist etwa 426.455 Reisejahre von unserer Erde entfernt und die Affen dort könnten wenn sie wollten ihre Verwandtschaft hier im Zoo besuchen. Ich Eugène de Escargot, bereiste letztes Jahr Altair mit einer Rakete neuester Bauart.

Die Affen dort erzählten mir, zu der Zeit als der allmächtige Bongo auf dem Planeten Lethargia die ersten beiden Affen erschuf, er nannte sie Olga und Dimitri, gab es auf Lethargia Kokosnüsse bis Oberkante Unterlippe und die beiden ersten Affen karnickelten wie die Geisteskranken und die Karnickelten, karnickelten nach geraumer Zeit auch wieder wie die Karnickel und so wurde Lethargia reich von Affen gesegnet.

 

Die Affen auf Lethargia, wie sie mir sagten, haben auch Präsidenten, Päpste, sowie Militärs die je nach Sinken des IQ-Wertes umso reichhaltiger mit Orden und bunten lustigen Streifen sich schmücken. Und Mullahs gibt es auch und Rabbis und Khrisnas und Kardinäle und Erz-Kardinäle. Ich weiß nicht mehr alles, nur soviel, dass diese Affen auf so etwas auch nicht verzichten wollten.

Ich fand heraus, dass es auch so etwas Nebulöses gab, wie Oberschicht, Mittelschicht und Müllabfuhr. Wobei letztere nicht mal so unsympathisch waren. Also wie hier auf Erden.

Die habgierige Oberschicht war im jahrtausenden währenden Kampf gegen die habgierigen Emporkömmlinge aus der Mittelschicht gestählt, die auch so viele Kokosnüsse haben wollten wie die Oberschicht obwohl keiner so viele Nüsse fressen konnten wie auf Lethargia vorhanden waren. In einem waren sich beide jedoch einig; die Müllabfuhr hat gefälligst nur die Schale zu fressen.

Die Oberschicht gliederte sich einst auf in Oberschicht, Obermittelschicht und Obermüllabfuhr, und es gelang der Oberschicht in jahrhunderte langen Gemetzel die Obermittelschicht und Obermüllabfuhr mit Fußtritte in die Mittelschicht zu befördern und sich selbst unsichtbar zu machen; folglich unangreifbar. Eine unsichtbare Oberschicht!

Lästerer, Neidhämmel und „allways Gelackmeierte“, nannten sie auch Kokosnuss-Jongleure, Nuss-Akrobaten, Kokosnuss-Schrecken, und kein Affe wusste mehr wo die Unsichtbaren sie zu finden waren.

 

Kein Affe der Mittelschicht konnte fortan wieder in die Oberschicht eindringen. Die unsichtbare Oberschicht lenkte nun die Sache mit der Verteilung von Kokosnüssen und kein Affe bemerkte es. Die Mittelschicht krallte sich an die Reste der ihnen noch verbliebenen Kokosnüsse und dachte im Traum nicht daran etwas der Müllabfuhr abzugeben; für diese gab wie erwähnt nur die Schale. Dennoch, im Gesamten gab es Nüsse auf Lethargia bis zur Oberkante der Unterlippe.

Nun, wie das so ist, Affen werden üblicherweise übermütig wenn es genug von ihrer Sorte gibt und man auch nicht mehr weiß, wie und wann man die reichhaltig vorhandenen Kokosnüsse denn fressen soll.

Es kam wie es kommen musste auf Lethargia; was man nicht mehr fressen kann, weil im Überfluss und Überdruss, dass wirft man den anderen an den Kopf. Einige Affen bauten mächtige Schleudergeräte und schleuderten Kokosnüsse auf jene, die zwar auch Kokosnüsse haben, aber keine Schleudergeräte. Jedenfalls ging es nach geraumer Zeit drunter und drüber und man massakrierte sich mit Nüssen, dass es eine wahre Wonne war, bis es den Weisen auf Lethargia genug erschien und sie ein mächtiges Gedöns anstimmten.

Eines Tages, die Weisen wie Professoren, Schriftgelehrte, Doktoren und Doppeldoktoren (Rennfahrer waren ausgeschlossen) und Wissenschaftler (Politiker waren ausgeschlossen) beschlossen, dass jede Gruppe von Affen auf dem Planet Lethargia sich einen der zahlreichen Monde als Heimstätte auszusuchen habe. Nur die Weisen wie Professoren, Schriftgelehrte, Doktoren wie Doppeldoktoren, (Rennfahrer waren ausgeschlossen) und Wissenschaftler (Politiker waren ausgeschlossen) durften auf Lethargia noch wohnen; und natürlich die unsichtbare Oberschicht!

 

So war es denn auch geschehen.

 

Die guten, gerechten aber ausbeuterisch veranlagten Affen mit den mächtigsten Kokosnussschleudergeräten zogen gen Vollmond und nannten ihren Vollmond in Gedenken an den allmächtigen Bongo: „Bongos own Country“.

Die ebenfalls guten, gerechten aber doch etwas selbstmörderisch veranlagten Affen (Sie sprengten sich gern selbst in den Orbit), zog es zum Sandmond namens Halbmond und alle anderen Affen verteilten sich zum Teil heulend und zähneknirschend auf die kleinen bis winzigen Viertelmonde. Was die Weisen Affen aber nicht bedachten, die unsichtbare Oberschicht schon gar nicht, war der Umstand, dass es auf Lethargias Monde nicht die gleichmäßig zu verteilende Menge an Kokosnüsse gab. Die auf Lethargia zurück gebliebenen Weisen und die unsichtbare Oberschicht machten nämlich Unterschiede!

 

Die Araber hier bei uns auf der Erde sagen: „Intelligenz ist eine schöne Halszierde, der Verstand aber eine goldene Krone!“ Bei den Weisen und unsichtbaren Oberschicht Affen auf Lethargia muss da etwas anders herum gelaufen sein.

 

Die von Lethargia verbannten, nun auf dem Mond Vollmond „Bongos own Country“ lebenden Affen besaßen also zunächst nur wenige dieser Kokosnüsse aber dafür Kokosnuss-Schleudermaschinen. Sie klauten sich alle Nüsse der anderen Monde zusammen, weil das so ihre Art ist, und besaßen nun beides.

 

Die von Lethargia verbannten nun auf dem Mond Halbmond lebenden Affen hatten Nüsse satt aber keine Nuss-Schleuder und kein Affe des Sonnensystems Altair war bereit ihnen Schleudergeräte zu schenken und so kam es, das sie sich diese Geräte in besonders geeigneten Nussbombenlegerwerkstätte zusammen zimmerten, die aber nichts taugten.

Dennoch, so in etwa hatten sie jetzt auch beides, wie die vom Mond Vollmond Affen, denn sie sind auch nicht besser als die Vollmond Affen.

 

Ein besonders kleiner etwas raffgieriger manchmal bösartiger aber sonst liebenswerter vom allmächtigen Bongo persönlich gelobten Affenstamm auf dem gelobten Viertelmond hatte weder das eine noch das andere und durch himmlische Mächte hatten sie plötzlich beides, weil Gelobte des Bongo. So jedenfalls nach Aussage der Halbmonde. Die Gelobten des Viertelmond bestritten dies aber vehement und versicherten allen, dass es ein Irrtum sei zu glauben das sie, die Gelobten, Kokosnuss-Schleudermaschinen besäßen, geschweige denn Kokosnüsse. Sie brauchten so etwas nicht denn sie haben AGPS! Ein Antigravitationsphasersystem, das unerwünschte Affen an jedweden Orten auf den Monden von Lethargia im Nanosekundenbereich von der Anziehungskraft befreien und für immer in das Universum entschwinden lassen können.

 

Ich habe es nicht geglaubt, da bin ich ungläubig! Die Neugier war so übermächtig auf dass ich diesen Viertelmond besuchte und dort, vornehmlich Prof. Chaim Finkelstein den leitende Weißfellaffe einer Versuchsanstalt mitten in der Wüste Bir Butafall. Er erklärte mir ausführlich was es mit dem Antigravitationsphasersystem AGPS, auf sich hat und wozu es bestimmt sei. Wie erwähnt, die gelobten Affen vom gelobten Viertelmond besitzen keine Kokosnüsse, geschweige denn Kokosnuss-Schleudermaschinen; entgegen landläufiger Meinungen!

Professor Chaim Finkelstein führte also aus: >>Es ist uns vom gelobten Viertelmond zum Beispiel auf das genaueste bekannt, was sich auf dem staubigen Nachbarmond Halbmond auf 32° Grad 25“ 14´ nördliche Breite, 35° Grad 28“ 18´ östliche Länge befindet. Genau! Ein Scheißhaus!<< Finkelstein lachte.

Professor Chaim Finkelstein geriet ob seiner Ausführungen schier aus dem Häuschen. Sabber bildete sich vor Begeisterung in den Mundwinkel, und seine gelben Krallen krallten sich in meinen Unterarm.

>>Eugen de Escargot<<, schrie er mich an. >>Es ist das Scheißhaus vom geistigen Führer des Mond Halbmond. Hihi. Es ist unserem Geheimdienst „DASSOM“ weiterhin auf das genaueste bekannt, dass der geistige Führer vom Mond Halbmond jeden morgen um exakt 9Uhr35 auf dem Lokus sitzt und die Sport-Bild Zeitung von rechts nach links liest. Das wissen wir von seiner Toilettenfrau Aisha.

Exakt auf diesen Breiten- und Längengrade saust das Klohäuschen mit dem geistigen Chef vom Mond Halbmond mit der eigenen Rotationsgeschwindigkeit des Halbmondes von 1.375 km in der Stunde von West nach Ost. Stünde das Toilettenhaus auf den Äquator von Halbmond, dann würde er auf denselben kacken; mit 1.660 km in der Stunde! aber das tut er ja nicht, er muss ja mit aller Gewalt auf die besagten Breiten- bzw. Längengrade kacken.

Gleichzeitig bewegt sich nun der geistige Führer mitsamt seinem Lokus und seinem Mond Halbmond auf einer Umlaufbahn um den Planeten Lethargia mit einer Geschwindigkeit von 106.658 Kilometer in der Stunde und alle drei, der Chef im Klohäuschen, der Mond Halbmond und der Planet Lethargia schwirren mit ungefähr 49.600 km/h um unsere Sonne Altai herum. So weit so gut aber es geht noch weiter.

Alle vier, der Chef auf dem Lokus, der Mond Halbmond, der Planet Lethargia und die Sonne Altai kreisen nun mit der atemberaubenden Geschwindigkeit von 1.120.000 Stundenkilometer um das Zentrum der Milchstraße, während diese dabei natürlich zusammen mit dem geistigen Führer von Halbmond mit herunter gelassener Hose in Rotation steht und zwar mit 894.960 Stundenkilometer! Und das ist noch nicht alles!

Die Galaxie bewegt sich in Relation zu allen anderen Galaxien, mit einer Geschwindigkeit von 1.600.000 Kilometern pro Stunde durch das Universum und nun kommt der Moment in dem der Antigravitationsphaser der Affen vom gelobten Viertelmond vorgewärmt wird, denn es ist 9 Uhr 35 und der geistige Führer vom Mond Halbmond sitzt ja wie bekannt zu dieser Uhrzeit an bekannten Örtchen und dreht, obwohl er sitzt und in sich hinein lauscht, gleichzeitig in sechs völlig verschieden Richtungen. Er merkt es nur noch nicht, keiner merkt es, noch nicht! Das Universum will es so!

Im Gegensatz zu der laufenden Person im fahrenden Zug werden gemäß der Astrophysik die aufgezeigten Geschwindigkeiten akkumuliert oder addiert oder zusammengezählt, jedenfalls kriegt das Klohaus vom geistigen Führer eine Saugeschwindigkeit. Auch das will das Universum so und keiner weiß warum.

Jetzt beginnt gleich für den geistigen Führer des Mondes Halbmond der Rundflug. Ein Druck aufs Knöpfchen des Antigravitationsphaser und der geistliche Chef schießt mitsamt seinem Scheißhaus ins All; mit einer Geschwindigkeit von etwa vier Millionen Kilometer pro Stunde und der Clou, mit gleichzeitig sechsfacher Richtungsänderung! Das hält kein Affe aus!

Unser aller Dank gebührt aber der Toilettenfrau Aisha, die uns die Abortgewohnheiten ihres geistigen Führer brühwarm erzählt hat und vor allem, um welche Uhrzeit der Hals vom Chef anschwillt.<<

 

Soviel von Professor Chaim Finkelstein dem führenden Weißfellaffen von Viertelmond und soviel weiß ich von der Astrophysik, wenn da nicht einen jeden die Kotze hoch kocht!

Meinen Dank auch an Frau Dr. Hannah Ascharowa, das sie mich durch die unterirdische Versuchsanstalt von Bir Butafall in der Wüste von Viertelmond geführt hat. Der Kantinenfraß war fürchterlich!

Ebenso gehört mein Dank David Ben Shora, der mir mit erfolglosem Erfolg die Astrophysik schmackhaft machen wollte. Ich schnalle das nie!

Weiterhin danke ich Prof. Chaim Finkelstein, der mir den Antigravitationsphaser gezeigt hat und bei der Präsentation mit Eigenversuch versehentlich den falschen respektive richtigen Knopf gedrückt hat. Er wird eine Bereicherung für das unendliche Universum sein. Ich werde ihn nie vergessen1

 

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Auch Affen können Neid entwickeln und so wurden die Mond Halbmond Affen von finsterem Neid ergriffen und malträtierten die Affen des gelobten Mond Viertelmond und der Mond Vollmond bekam gelegentlich auch sein Kokosfett ab und einmal im Jahr feierten die Affen auf dem Mond Halbmond ein gewaltiges Fest. Nämlich die Preisverleihung des „d`Or la boum„ frei übersetzt in der Sprache der Mond Vollmond Affen ist dies der Award des goldenen Bums.

Nach jeder Kokosnussentziehungskur auf dem Mond Halbmond, die gewöhnlich die Dauer eines Monates inne hatte, gaben die Führer des Mondes Halbmond eine große Gala und in Anwesenheit internationaler Prominenz aus allen Provinzen des Mondes Halbmond wird der Mond Halbmond Anti-Terror-Award, der "d`Or la boum", verliehen. Man wird sich fragen, weshalb Anti-Terror? Nun, die Affen vom Mond Vollmond besaßen ja Kokosnuss-Schleudermaschinen aber nur wenige der Kokosnüsse und so raubten jene die Kokosnüsse der Affen von Mond Halbmond, machten daraus Präzisionskokosnüsse und terrorisieren mit Präzisionskokosnuss-Schleudermaschinen alle Halb- und Viertelmonde und sonstiges; außer dem gelobten Viertelmond! Das ist Terror, schrieen die Halbmondaffen

Die Halbmondaffen antworten mit Anti-Terror und die Vollmondaffen wiederum mit Anti-Anti-Terror und so wird das wohl weitergehen bis es Anti in der zehnten Potenz oder mehr gibt.

 

Vor dem Präsidentenpalast, in dem die Preisvergabe stattfand, versammelten sich zur alljährlichen Preisverleihung eine große Zahl von kreischenden Äffinnen und zirpten mit der Zunge ordentlich vom Leder. Leider konnten dieses mal die meisten Preisträger nicht anwesend seien, da man sie zurzeit steckbrieflich auf allen Monde des Planet Lethargia suchte.
Erwartungsgemäß gingen die Hauptpreise an Mitglieder des Aff-Qaida-Netzwerkes. Als bester äfflicher Terrorist in einer führenden Rolle wurde Bin Affa ausgezeichnet. Die anderen Affen (Ja-Affer, Sa-Affem und Rado-Affe; jawohl, Rado-Affe ) gingen leer aus. Für die beste Nebenrolle eines Anti-Terroristen wurde Affenführer und Osaffa-Gastgeber Mullaff Omaff Schimpansky ausgezeichnet. Nach Vergabe des Anti-Terror Preis wurde noch der zweite Preis vergeben, der Terror Preis. In Abwesenheit und unter Ausschluss aller öffentlichen Affen wurde stillschweigend der Führer Busch-Aff vom Mond Vollmond geehrt. Warum? das wusste kein Affe.

Der Soundeffektepreis für "d`Or la boum" ging an den Kokosnuss Schleudermaschinenbombenleger AhmAff al-AchmadiAff vom Dschihaff.
Den "d`Or la boum" für den besten Nicht-Halbmond Mond Terror erhielten zu gleichen Teilen an

Georgaff Mc Innaffy von der IRAFF und an Pablaff Sanchaff von der ETAFF.
Den „Ehren - d`Or la boum" für sein Lebenswerk erhielt der halbmondische Führer El Gaddaffi. El war sichtlich gerührt und sagte zum Abschluss: "Ich danke meiner Mutter und meinen zahlreichen Affen die sich für mich in den Orbit gesprengt haben, ohne diesen Affen wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre, ich danke für die Verleihung dieser "Mutter aller Awards" und widme ihn allen zukünftigen Affen die sich für unsere Sache in den Orbit sprengen lassen."

Ja, so ist das mit den Affen auf Altair. Uns hier auf dem schönen Planet Erde kann so etwas natürlich nicht passieren denn wir sind ja keine Affen!

 

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